Autor/in: Dorothee Hantjes unter dem
Pseudonym Jo Treggiari
Genre: Dystopie
Seitenzahl:
400 Seiten
«Tödliche Epidemien, Tsunamis und Klimakatastrophen - die sechzehnjährige Lucy hat das Ende der Welt kommen und gehen gesehen. Als eine der wenigen Überlebenden eines alles vernichtenden Virus versucht sie sich in den zum Dschungel gewordenen Ruinen von New York durchzuschlagen. Doch Lucys Welt ist voller Bedrohungen: gefährliche Diebe und skrupellose Plünderer streifen umher. Als eine Horde wilder Hunde sie jagt, gelangt sie ans Ende ihrer Kräfte. Doch wie aus dem Nichts taucht Aidan auf - ein Junge, der ihr hilft, der tödlichen Meute zu entkommen und sie überredet, sich seiner Gruppe von Überlebenden anzuschließen. Aber auch diese kleine Gemeinschaft wird bedroht. Und langsam beginnt Lucy zu ahnen, dass sie selbst das Ziel der nächtlichen Überfälle ist. Etwas an ihr scheint anders zu sein ... Doch was ist Lucys Geheimnis, das für die letzten überlebenden Menschen Bedrohung und Erlösung zugleich ist?» x Amazon Kurzbeschreibung
5
Gründe, «Ashes, Ashes» zu lesen:
x
stark dezimierte Bevölkerung, ständige Katastrophen ... Dystopie
halt!
x
herzige, unterhaltende – wenn auch übertrieben gezeichnete –
Nebencharaktere
x
die Frage danach, was Lucy so besonders macht, S'ans und Sweeper
x
schnelle Lesezeit
x Seite 201: Henry eilte ihr zu Hilfe. Er Kam Lucy
immer wie ein junger Hund vor. Wenn er einen Schwanz gehabt hätte,
hätte er damit gewedelt. :D
5
Gründe, «Ashes, Ashes» nicht zu lesen:
x
Lucy als Protagonistin
x
tell-lastiger Schreibstil
x
fehlende Spannung
x
offene Fragen und Logiklücken
x
zu wenig Hintergrund
Meine Meinung:
Ich
habe von dem Buch nicht sonderlich viel erwartet und wurde
dementsprechend auch nicht enttäuscht. Die Idee des Buches, eine
beinahe menschenverlassene, zerstörte Welt, die weiterhin von
Naturkatastrophen gebeutelt wird, in der es nur noch um das nackte
Überleben geht, immer mit einem grausamen Virus im Rücken –
genial! Wie das Ganze verarbeitet wurde, dazu jetzt mehr …
Man
steigt in das Buch ein als Lucy Holloway damit beschäftigt ist, eine
Schildkröte zu zerlegen. Ein clever gewählter Einstieg, man weiß
gleich, worum es geht. Wie hart das Leben geworden ist, wird dem
Leser augenblicklich klar, da sollte man Mitleid mit der Kleinen
haben, richtig? Wollte sich bei mir aber nicht einstellen, weil ich
ihr Verhalten absolut nicht verstehen konnte.
Sie
stolpert durch die Gegend, zerdeppert bei diversen Wutanfällen
einfach alles, was ihr in den Weg kommt (Überlebensbuch? Ach, wer
braucht so was schon!) und setzt sich zum Ruhen in ihren Unterschlupf,
obwohl sie genau weiß, dass es wichtig ist, dass sie jetzt weiter
macht und das eigentlich auch könnte … erster Minuspunkt, für das
Mädchen konnte ich einfach keine Sympathie entwickeln.
Dann
kommt erst einmal ein gaaanz langer Teil darüber, was für ein Leben
sie denn früher gelebt hat. Was für eine Außenseiterin sie in der
Schule war, wie sie ihr Verhältnis zu ihren Eltern und Geschwistern
sah – ich habe nur noch auf einen Satz dieser Art gewartet: «Lucy
Holloway strich sich eine ihrer schwarzen, störrischen Strähnen aus
dem blassen Gesicht, dessen 17-jährige Haut mal wieder eine Dusche
vertragen könnte.» Ich glaube es ist klar geworden, was ich meine,
das hat meine Leselust getrübt, merklich.
Lucys
störrische und für mich unnachvollziehbare Art zieht sich durch das
komplette Buch, als sie bspw. Aiden kennenlernt, überlegt sie
ernsthaft ihn abzustechen – er hat ihr ja nur gerade das Leben
gerettet und flirtet sogar mit ihr. Was ist los mit dem Mädchen?,
frage ich mich da. Diese Fragen verschwinden im Laufe des Buches
nicht, also wechsele ich hier das Thema.
Das
Buch lässt sich wirklich schnell lesen, aber ich muss sagen, dass es
mir zu tell-lastig geschrieben war. Emotionen kommen so schwerer beim
Leser an, für mich hat sich zu keinem Zeitpunkt Spannung aufgebaut
und diese einfachen Schilderungen dessen, was passiert, garniert mit den
Gedanken einer wechselhaften Hauptprotagonistin haben mich ermüden
lassen.
Was
ich wirklich vermisst habe, waren mehr Informationen zu der ganzen
Situation. Lucys Leben wird zwar mit sämtlichen Stationen recht
ausführlich dargelegt, aber das ist für das Buch vollkommen
irrelevant. Ich hätte mich über mehr Informationen – oder auch
Mutmaßungen! - über den Virus gefreut, gerne gewusst, wie es dort
ist, wo nicht New York ist usw. usf. Wenn
man das erwartet, dann sollte man die Finger von «Ashes, Ashes»
lassen, überhaupt darf man nicht zu wissbegierig sein, denn die im
Klappentext gestellte Frage danach, was Lucys Blut so besonders macht
… wird einfach nicht beantwortet.
Aber,
das muss auch betont werden, das Buch ist nicht unbedingt schlecht.
Wer
sich mit Lucy arrangieren kann, damit, dass Aiden manchmal gebräunte
Haut hat und manchmal blass ist, damit, dass die S'ans und Sweeper doch nicht so mysteriös sind, der kann Spaß haben. Unterhalten tut das Buch auf
jeden Fall. Es ist so stereotypbeladen, dass es schon wieder cool
ist. Der hübsche Frauenheld, die sture Schöne, die führende Alte,
eine irre Doktorin, …
XX/5
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